Tat der Toten von Ria Winter

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“Tal der Toten” von Ria Winter

Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr nehmt euch ein neues Buch vor, weil euch der Titel gefällt und der Klappentext interessant klingt. Schon nach dem ersten Kapitel wisst ihr, dass ihr beim Lesen Spaß haben werdet. So viel Spaß, dass es schwer sein wird, das Buch wieder beiseitezulegen. Ihr werft einen Blick auf euren Kalender und versichert euch, dass ihr genug Zeit habt, um das Buch in den nächsten drei Tagen zu Ende zu lesen. Nachdem ihr die letzte Seite ausgekostet habt, bleibt nur noch eine Frage: Wie finde ich je wieder ein Buch, das so viel Spaß macht?

Genau so habe ich mich beim Lesen von „Tal der Toten“ von Ria Winter gefühlt. Ich mag es, Erstlingsromane zu lesen, weil sie voller frischer Energie sind, die nur Debüts haben. Aber Rias Erstlingswerk hat mich überrascht. Sie erzählt die Geschichte von Inari und ihrem Clan mit so einer Souveränität, als hätte sie nicht nur eins, sondern schon mehrere Bücher geschrieben. 

Tat der Toten von Ria Winter

„Tal der Toten“ ist Ria Winters Debütroman. 

Erschienen: 2019

Format: E-Book

Verlag: Impress

Preis: 3,99 Euro

Die Geschichte von Inari und den Lumi

„Tal der Toten“ spielt in einem klassischen Fantasy-Setting mit einer Art Schamanenmagie. Die Heldin der Geschichte ist die 18-jährige Inari, eine Außenseiterin im Clan der Lumi. Sie ist eine Jägerin und versorgt ihre Familie, die nur aus ihr und ihrer Mutter besteht, welche sich in ihrer Hütte vor der Außenwelt versteckt. Inaris Vater bewacht den Eingang ins Tal, wie es alle verstorbenen Lumi tun. Schließlich sind sie das Einzige, was zwischen den Lumi und dem verfeindeten Vivaara-Clan steht, der die Lumi alle tot sehen will.

Die Art, wie Ria das Tal beschreibt, hat etwas Magisches, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich wäre dort. Das ist definitiv ein wunderbares Talent dieser jungen Autorin – die Landschaft lebendig zu machen und zu einem Teil der Geschichte werden zu lassen. Die Buchenwälder, der Totenhain – ich kann sie vor meinem inneren Auge ganz genau sehen. 

Mein Lieblingscharakter – Nea die Schamanin

Mein Lieblingscharakter im Roman ist Nea, die junge Schamanin. Sie wirkt so verletzlich und besitzt zugleich gewaltige Kräfte und befehligt die Toten im Tal. Die einzige wirkliche Gegnerin ist ihre tote Mutter. Mit diesem Konflikt können sich viele identifizieren. Mutter-Tochter-Beziehungen können sehr kompliziert sein und diese hier ist etwas Besonderes und überrascht mit einer Wendung, die ich nicht habe kommen sehen. Ich liebe es, überrascht zu werden. 

Ein Detail, das diesen Roman besonders macht

Wir alle kennen Fantasybücher, sie beinhalten meist mindestens eine Liebesgeschichte. So ist es auch bei „Tal der Toten“, aber diese ist etwas anders. Ich muss gestehen, ich habe noch nie einen Fantasyroman mit einem lesbischen Liebespaar gelesen. Es war erfrischend und wirklich schön. Die Liebesgeschichte steht nicht im Fokus des Buchs, sie ist unaufdringlich und zärtlich. Ich liebe es, dass es heutzutage mehr Diversität in Fantasygeschichten gibt, und hoffe, dass dieser Trend anhält. 

„Tal der Toten“ hat meine Liebe für Erstlingsautoren bestärkt, die erst noch entdeckt werden müssen. Wenn ihr magische Geschichten liebt, ist diese hier auf jeden Fall einen Blick wert.

Nachdem ich Ria Winters Debütroman gelesen habe, kann ich nur sagen, dass ich es kaum erwarten kann, dass ihr nächster erscheint.

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