Mein weg auf Instagram

Ohne meinen Freund hätte ich mir die App nie heruntergeladen. Damals, als ich zum ersten Mal in Israel war, habe ich Social Media für Zeitverschwendung gehalten. Wozu mein Leben online teilen? Privatsphäre ist doch viel schöner, dachte ich. Aber da ich in Urlaubsstimmung war, habe ich etwas Neues ausprobiert.

MEINE INSTAGRAM REISE

Es hat lange gedauert, bis ich begonnen habe, regelmäßig zu posten. Ich hatte weder eine Kamera, noch ein besonderes Gespür für visuelle Ästhetik. Zu der Zeit habe ich schon regelmäßig auf meinem alten Blog Geschichten von mir geteilt. Eine Freundin, die Fotografin ist, machte mir klar, dass Instagram ein guter Ort ist, um meine Geschichten auch visuell umzusetzen. Sie hat mich an die Hand genommen und mir etwas von ihrem wunderbaren Sinn für Ästhetik gezeigt.

Mein erster Post: der Sonnenuntergang in Tel Aviv

Das war auch die Zeit, als ich zum ersten Mal Inspiration auf Instagram gefunden habe. Der Gedanke war mir völlig fremd, dass man Bücher auf Fotos inszenieren oder eine Laune in einem Bild festhalten könnte. Wozu denn auch?

Zuerst waren es diese Bilder auf durchgeplanten Feeds, die mich fasziniert haben. So viel Arbeit und das nur für Social Media. Mir war unbegreiflich, warum jemand sich solche Mühe geben würde und vor allem konnte ich mir nicht vorstellen, wie man solche Bilder überhaupt hinbekommt.

Mit der Zeit habe ich mich mit dem Fotografieren angefreundet, denn am Anfang habe ich entweder Handy-Bilder oder Fotos, die mein Freund von mir gemacht hat, veröffentlicht – #instaboyfriend.

#instaboyfriend

Immer wieder habe ich den Mut verloren oder die Lust an Instagram. Wenn ich zu oft gepostet habe, hat sich die App schnell wie Arbeit angefühlt.

Man kann mit “Fremden” reden?

Es war mir unbegreiflich, wieso man mit “Fremden” online reden sollte. Schüchtern wie ich bin, haben mir meine täglichen Kontakte ausgereicht. Ich hatte Angst, komisch zu klingen, wenn ich im Chat schreibe oder etwas von mir erzähle. Das hielt an, bis ich zum ersten Mal mit jemandem ins Gespräch gekommen bin und gemerkt habe, dass es gar nicht so beängstigend ist. Außerdem kann man das Telefon jederzeit weglegen.

Langsam aber sicher hat Instagram mich aus der Reserve gelockt und das tut es immer noch. Ich habe keine Angst mehr, Posts zu kommentieren und meine Gedanken zu teilen. Es ist zu einem festen Bestandteil meines Alltages geworden, Fotos zu machen und es fühlt sich kein bisschen wie Arbeit an. Ich freue mich jeden Tag darauf, Menschen auf Instagram kennenzulernen. Mit einigen hat sich tatsächlich so etwas wie eine Freundschaft entwickelt und das bedeutet mir viel.

Mein erster Bücherpost – naja 😀

War das eine Liebeserklärung an Instagram?

Um das alles zusammenzufassen: Ich hätte nie erwartet, dass ein soziales Medium einen positiven Einfluss auf mein Leben haben könnte. Ständig lese ich irgendwo Titel wie “Social Media zerstört dein Leben”, FOMO usw. Aber ich denke, es hängt davon ab, wie man eine Plattform selbst nutzt. Ich sehe mir sicher keine Posts an, die bei mir ein schlechtes Gefühl hinterlassen, sondern nur das, was mich inspiriert und berührt. Außerdem würde ich auf Instagram nichts tun, das ich nicht im analogen Leben machen würde.

2 Comments

Leave a Reply